Claus H. Bick MD


PastPres. Of Europe. Soc. Of Med. Hypnosis
Consultant in nature-cures-hypnosis a.D. 
Naturheilverfahren-Hypnose
Autor und Publizist
Hypnotrainer und Coach für Management
Prof. h.c. in humanistic disciplines
Interamerican University, Florida, USA

 

Die Hypnotisierbarkeit und der eigene Wille



Was die allgemeine Hypnotisierbarkeit des Menschen betrifft, so gibt es eine Statistik von Prof. Ernst Hilgerd (Stanford University, USA) und eine weitere von Prof. Bul (Universität Leningrad, jetzt wieder St. Petersburg). Nach Hilgerd sind 20 % aller Menschen spontan hypnotisierbar, eine weitere Gruppe von 40 % bedarf einer Anlaufzeit. Bul vertritt die Auffassung, dass 25 % aller Menschen sofort oder spontan hypnotisierbar sind und 45 % einer Anlaufzeit bedürfen.

Bis vor ca. 25 Jahren war dies auch mein Standpunkt. Danach stellte ich immer mehr fest, dass auch der Rest von 30 % der Menschen hypnotisierbar ist , allerdings mit einer Anlaufzeit (Lernzeit, hypnotisiert zu werden). Selbstverständlich bleiben die oben erwähnten überhaupt nicht Hypnotisierbaren hier ebenfalls ausgeschlossen. Im allgemeinen war es bei den erwähten 45 % aller Menschen üblich, eine Anlaufzeit für das Erlernen des Hypnosezustandes einzuplanen von ungefähr 3 Wochen. Mittlerweile ist es mir gelungen, diese lange Anlaufzeit durch ein von mir entwickeltes komprimiertes System auf zweimal zwei Sitzungen pro Tag auf drei Tagen zu reduzieren (Verfahren im Blocksystem). Es ist also nicht so, wie viele glauben, dass der Hypnotisierende ein Hexenmeister ist, sondern der Patient muss lernen, hypnotisiert zu werden. In meiner Klinik stellte ich bereits fest, dass Patienten, die autogenes Training, Tai Chi, Joga oder andere Meditationsformen praktizieren oder praktiziert hatten sehr viel schneller oder spontan einen guten Hypnosezustand erreichen. Das kann ich heute noch mehr bestätigen, da derzeit viele Menschen in irgendeiner Form meditieren, weil das Angebot immer umfangreicher geworden ist. Durch Meditation hat das Gehirn bereits die Umschaltung von der linken zur rechten Hemisphäre gelernt und trainiert. Das kommt der Hypnose zugute und die Probanden sind dann spontan oder relativ rasch in einem guten Zustand der Hypnose der dritten Vigilanz.

Es gibt immer wieder Menschen, die den Hypnosevorgang mit ihrem Willen beeinflussen wollen: Die einen wollen ganz schnell hypnotisiert werden, die anderen wollen eigentlich nicht hypnotisiert werden (wollen ihren "starken" Willen ausprobieren) und es gibt Menschen, die den Hypnosezustand oder den Eintritt der Hypnose kontrollieren wollen und ihn auch bewusst wahrnehmen wollen. In allen Fällen wird dadurch teilweise die Hypnoseeinleitung blockiert, da sie durch ständiges aktivieren der linken Gehirnhälfte den Eintritt des Hypnosevorgangs (Umschaltung der Gehirnaktivität von der linken zur rechten Hemisphäre) stören.

Ein idealer Patient für die Hypnose/Hypnoanalyse wäre derjenige, der zu mir käme und sagen würde: "Ich habe jetzt zwar ……(egal wie die Beschwerden/Krankheiten sind), aber ich will gesund werden. Dafür will ich alles tun. Ich weiß, Sie und ich schaffen es!"

Und dieser Patient hat dann auch
1. den Willen gesund zu werden,
2. das Durchhaltevermögen dazu, auch durch schwere Stunden,
3. die Bereitschaft entsprechend mitzuarbeiten,
4. will er nicht selbst die Behandlung in die Hand nehmen und leiten, sondern lässt sich führen,
5. wird er vom Erfolg geleitet und ist davon überzeugt.

Und so geschieht es, dass er ohne großen inneren Widerstand auch gesund werden kann. Es ist schwierig, einen Patienten gesund zu machen, der es nicht unbedingt sein will. Im Gegenteil, ideal ist, wenn er sagt, ich habe genug von dieser Einschränkung meines Lebens (egal wie immer sie aussieht, ob Neurose, Flugangst, andere Ängste etc.). Ich schaffe es nicht allein, sie los zu werden. Ich hole mir Hilfe. Ihre Zeiten sind vorbei. Ich will ein neues, gesundes, erfülltes Leben haben.

Er sollte keine Fragen offen lassen und wichtige Ratschläge des Arztes beachten.
Er sollte den Arzt über die Einnahme von Medikamenten und die bisherigen therapeutischen Maßnahmen orientieren und auch über sämtliche Beschwerden informieren.

Schon 1886 beschrieb der englische Neurologe und Gehirnforscher J. Jackson sein Konzept von der führenden Hemisphäre - eine Vorstellung, die als Vorläufer der Idee der cerebralen Dominanzen gesehen werden kann. "Die beiden Gehirne können nicht nur bloße Duplikate sein, wenn die Schädigungen nur eines der beiden Hemisphären einen Menschen sprachlos werden lässt", schrieb Jackson. "Für diese Prozesse (der Sprache), von denen keine höheren existieren, muss es gewiss eine Seite geben, die führt." Und Jackson folgerte weiter, "daß bei den meisten Menschen die linke Seite des Gehirns die führende Seite, die Seite des sog. Willens, und die rechte die automatische Seite ist".

Dieser Grundgedanke hielt sich in der Wissenschaft bis Anfang der achtziger Jahre. Man war der Meinung, die linke Gehirnhälfte bedeute alles und sei das Wichtigste für den Menschen; sie erhielt somit den Beinamen "die dominante", d.h. die vorherrschende Hälfte und man sprach von cerebraler Dominanz, wobei man die Funktion der linken Gehirnhälfte, also Verstand, Vernunft, Logik, meinte. Die rechte Hälfte glaubte man dagegen vernachlässigen zu können; die Angloamerikaner nannten sie sogar the neglected brain, das vernachlässigte Gehirn. Niemand ahnte damals, welche entscheidenden und wichtigen Funktionen der rechten Gehirnhälfte oblagen.

Dank meiner Hypnoseforschungsergebnisse vor dreißig Jahren in Bezug auf das linke und rechte Gehirn erkannte man, daß beide Gehirnhälften von gleicher Wichtigkeit sind.

Heute wissen wir, dass die rechte Hemisphäre sogar die wichtigere ist, denn aus Unfallfolgen ist bekannt, dass zwar die rechte Hemisphäre eine vollkommen ausgefallene linke Hemisphäre ersetzen kann, dagegen aber die linke die rechte Hemisphäre niemals. Funktionell finden wir in der rechten Gehirnhälfte das, was das menschliche Wesen ausmacht: Das Gefühl, das Emotionale, das Kreative, das Ganzheitliche, um nur einiges zu nennen.

Der amerikanische Wissenschaftler Roger Sperry erhielt 1981 den Nobelpreis für seine Arbeiten über das split brain (getrennte Untersuchungsergebnisse beider Gehirnhälften). Damit brachte er Klarheit über die Funktionen der linken und der rechten Gehirnhälfte in die Wissenschaft und für mich die Lösung meiner Forschungsergebnisse im EEG und EEG-Brainmapping, nämlich meiner Entdeckung, dass im Hypnosezustand die Aktivitäten der linken Gehirnhälfte heruntergeschaltet werden (laut Sperry Vernunft, Logik) und die der rechten hinauf (laut Sperry Kreativität, Erinnerung, Gefühl, Emotionen). Damit wurde mir schlagartig die Bedeutung meiner Forschungsergebnisse bewusst und ich sah, welche Möglichkeiten die Hypnose bietet.

Daraufhin kannte meine Experimentierfreude keine Grenzen mehr. Mir gelangen viele Neuentdeckungen und ich habe die Hypnosetherapie und -möglichkeiten um ein Vielfaches erweitert. Nach meinen Forschungsresultaten erkannte ich ganz deutlich, dass beide Gehirnhälften von gleicher Wichtigkeit für den Menschen sind. Inzwischen steht fest, dass die rechte Hemisphäre sogar die wichtigere ist.

Das linke Gehirn war in der wissenschaftlichen Meinung lange das vorherrschende gewesen und für mich war aufgrund meiner Forschung und der Arbeit von Sperry, die ich in meine Forschungen eingebunden hatte, das sog. neglected brain für die Hypnose und für die Kreativität von vornherein das wichtigere.

Tulvig hatte eruiert, dass alle unsere Erlebnisse emontional gebunden sind. Dies hatte ich in meinen Forschungsreihen ja ebenfalls festgestellt. Damit ist die Hypnoanaloyse erklärbar, in der alle an das Gefühl gebundenen negativen Erlebnisse wieder zutage gebracht werden können.

Demzufolge nannte ich 1988 den von mir initiierten Ersten Weltkongress für das rechte und linke Gehirn unter der Schirmherrschaft von Dr. Franz Josef Strauß in München nicht "Kongress für cerebrale Dominanz", sondern "Kongress für cerebrale Dominanzen" (also für beide Gehirnhälften).

Sperry hat darauf hingewiesen, dass bei den meisten Menschen die linke Gehirnhälfte die Bereiche Logik, Sprache, Zahlenfolge und Linearität sowie Analyse steuert. Ebenso regelt bei den meisten Personen die rechte Gehirnhälfte die geistigen Funktionen Rhythmus und Musik, Phantasie, Wachträumerei, Farbe, Dimension u.a. In jedem von uns sind latent alle diese Fähigkeiten vorhanden. Sie müssen nur geweckt werden. Und sie müssen trainiert werden.

Was Sperry und andere Wissenschaftler auch heraus fanden: Je stärker der Mensch beide Seiten seines Gehirns gemeinsam beansprucht, umso mehr kommt die Entwicklung einer Seite auch der anderen zugute. Man stellte z.B. fest, dass sich das Studium der Musik förderlich auf das Studium der Mathematik auswirkt und umgekehrt, dass das Erlernen rhythmischer Bewegungen das Sprachstudium erleichtert und umgekehrt, dass das räumliche Vorstellungsvermögen das Studium der Mathematik fördert usw. Es wurde auch bewiesen, dass die Beanspruchung mehrerer dieser Funktionen die Gesamtkapazität des Gedächtnisses stärkt.

Hierzu ist ergänzend noch zu sagen: Die Gehirndominanzen beim Menschen zeichnen sich durch gegenseitige Partnerschaft aus. Allgemein betrachtet ist die linke Hemisphäre auf den sprachlichen Ausdruck sowie auf gedankliche Details jeglicher Art spezialisiert, d.h. sie arbeitet analytisch und sequenziell nacheinander. Sie kann auch arithmetische (mathematische) und andere computerähnliche Funktionen ausführen, logisch denken und durch Detailanalyse lineare Beziehungen zwischen Ursachen und Wirkungen im isolierten Teilsystem erkennen.

Die rechte Hemisphäre hingegen übt synthetische Funktionen aus. Sie ist auf bildhafte, ganzheitliche Wahrnehmungen eingespielt. Sie hat nahezu keine sprachliche, dafür aber musikalische Fähigkeiten. Sie denkt nicht abstrakt, sondern assoziativ und intuitiv. Durch Zusammenfassen von Einzelinformationen von Bildern und Symbolen gelangt sie zu einem ganzheitlichen synthetischen Denken. Dadurch kann sie komplexe Zusammenhänge und wechselseitige Kausalitäten wie aus einer ganzheitlichen Betrachtungsweise gewonnene Werte besser erfassen, als es die auf Detailanalyse ausgerichtete linke Hemisphäre vermag.

So hat z.B. Einstein seine Relativitätstheorie auf der rechten Hemisphäre entwickelt und mittels der linken niedergeschrieben. Dies wird umso verständlicher, wenn man hierzu die Biografie Einsteins näher kennt. Wie man weiß, versagte er in der Schule in Mathematik. Zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehörte das Geigenspiel, Segeln und Phantasiespiele, also Betätigungen, die primär die Funktionen der rechten Hemisphäre fordern, und hieraus erklärt sich auch die Entstehung seiner Relativitätstheorie. So aktivierte und trainierte Einstein die Aktivitäten der rechten Gehirnhälfte ganz besonders. Aus dieser Kreativität heraus konnte er seine Relativitätstheorie entwickeln, die er dann linkshemisphärisch (anders geht es nicht) niederschrieb.

Einstein befolgte damit unbewusst bereits die Forderung von Sperry, der sagte, man müsse die Kinder in der Schule ebenso rechtshemisphärisch aktivieren wie linkshemisphärisch. Hier sind die Kinder wie ich finde durch das derzeitige Schulsystem überfordert, um sie zu erfolgreichen Menschen zu formen. Der Wert der Persönlichkeitsentwicklung unter der Berücksichtigung der Hemisphärendominanzen ist also von außerordentlicher Wichtigkeit, wie dieses Beispiel deutlich erkennen lässt.

Heute bietet sich mit der Hypnose ein genialer Ansatz in zweifacher Form: Zum einen können wir durch sie die Aktivierung der rechten Gehirnhemisphäre erreichen und zum anderen sie als Instrument der positiven Programmierung nutzen. Die dritte Möglichkeit besteht darin, negative Informationen, die in der rechten Gehirnhemisphäre gespeichert sind und krank machen oder die Leistung vermindern, in der Hypnose abzurufen und so den Patienten zur Befreiung von diesen zu führen.

So empfiehlt es sich, auch Seminare für Persönlichkeitsentwicklung, Personalführung oder Management und vieles andere unter diesen Gesichtspunkte der Gehirndominanzen unter Hypnose durchzuführen.

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